Inspirationen, Worte, Gedanken ...

 

Nicht vorüber

Was vorüber ist,
ist nicht vorüber.
Es wächst weiter
in Deinen Zellen,
ein Baum aus Tränen
oder vergangenem Glück.

Rose Ausländer

 


Versöhnung mit mir selbst

Ich sage ohne Wenn und Aber, ohne Vorbehalte ja zu mir: JA, JA. Ja zu der, die ich war, ja zu dem, der ich jetzt bin. Und ich bewerte mich nicht, sage zu mir nicht, so hättest du sein sollen oder so. Denn ich konnte damals keine andere sein. Ich konnte damals kein anderer sein. Und ich sage mir auch nicht mehr, ich hätte anders sein sollen. Es ist mir vollkommen gleichgültig, gleich-gültig, wie ich hätte sein sollen. Ich nehme mich an, so wie ich war, so wie ich bin, so bin ich gültig, so bin ich Wachstum.
Ich weiß, daß ich Entwicklung bin, Wachstum, Entfaltung, Bewegung. Und jetzt bin ich so, wie ich jetzt bin. Und gestern war ich so, wie ich gestern war. Und morgen, morgen werde ich so sein, wie ich morgen sein werde. Und ich weiß nicht, wer ich morgen sein werde. Doch ich werde mich auch morgen als den Wachstumsprozeß annehmen, der ich bin.

Meditationstext von WERNER SPRENGER in SCHLEICHWEGE ZUM ICH II (M99, rote Ausgabe)

 

 


Du mußt das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest
Und laß Dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken läßt. 

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält sden lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke

 

 

                                        Die unendliche Sicherheit

                                        Dich unsicher fühlen,
                                        wo Unsicherheit ist.
                                        Dich schutzlos fühlen,
                                        wo Schutzlosigkeit ist.
                                        Dich traurig fühlen,
                                        wo Traurigkeit ist.
                                        Dann kannst Du Dich
                                        sicher fühlen,
                                        wo Sicherheit ist,
                                        geborgen, wo Liebe ist,
                                        geschützt, wo Vertrauen ist.

                                        Werner Sprenger in  Das achte Weltwunder - gleich um die Ecke

 

 

Und die Menschen spüren dich, wenn du dich spürst. Und du spürst die Menschen,
wenn du mit ihnen sprichst, fühlst ihre Trauer, ihre Angst, wenn sie dich anschauen
und hören, mit offenem Herzen hören, was du sagst, weil dein Herz offen ist...

Werner Sprenger, Aus dem Tagebuch eines Meditierenden

 


Wo bin ich? Ich bin in mir selbst. Ich bleibe bei mir selbst,
bleibe bei mir selbst, ohne mich der Welt zu verschließen,
bin in der Welt, ohne mich in ihr zu verlieren.
Und so kann ich, endlich, ohne Angst meine Angst zulassen
und meine Freude an der Welt zulassen,
ohne mich im Außen der Welt zu verlieren,
ohne mich im Innen meiner selbst zu verlieren.

Meditationstext von WERNER SPRENGER in SCHLEICHWEGE ZUM ICH II, S.103

 


Immer stark, immer selbstbewusst, immer mutig, immer sicher wollte ich sein,
weil ich mir nicht sicher war, Liebe, Zuwendung und Achtung auch dann zu erhalten,
wenn ich meine Hilflosigkeit zeigte, meine Traurigkeit, meine Unsicherheit.
Und erst als mich diese Maske der Stärke zu ersticken drohte, riss ich sie mir
vom Gesicht und glaubte, alles wäre zu Ende.
Doch nichts war zu Ende, viel Glück begann erst dann. Und das danke ich Dir,
denn Du, Du hast Dich nicht von mir abgewendet, sondern hast mir Mut gemacht,
ohne diese Masken zu leben.

Meditationstext von WERNER SPRENGER in SCHLEICHWEGE ZUM ICH II, S. 138

 

                                                        
                                                         Das sind die Stunden, da ich mich finde.
                                                         Dunkel wellen die Wiesen im Winde,
                                                         allen Birken schimmert die Rinde,
                                                         und der Abend kommt über sie.

                                                         Und ich wachse in seinem Schweigen,
                                                         möchte blühen mit vielen Zweigen,
                                                         nur um mit allen mich einzureigen
                                                         in die einige Harmonie...

                                                          Rainer Maria Rilke

 


Ich selbst?
Ich selbst fühle mich tiefer, als jeder andere Mensch mich fühlen kann. Ich selbst weiß
meine Vergangenheit wie kein anderer Mensch. Und ich habe wie jeder Mensch Geheimnisse, Erinnerungen, Erlebnisse, die nur in meinem Leben vorkommen, die mein Leben sind. Und seit
ich ja zu mir selbst sage, fühle ich meine Unvergleichlichkeit, meine Einzigartigkeit, und gleichzeitig
fühle ich die Unvergleichlichkeit und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen, eines jeden Menschen.

Meditationstext von WERNER SPRENGER in SCHLEICHWEGE ZUM ICH II, S. 96

 

Ursache bist Du und Wirkung

So viele,
zu viele, die unglücklich sind,
kommen nicht einmal auf die Idee,
daß sie selbst auch das Messer sind,
das Messer, das zusticht.
Sie jammern nur über die Wunden.
Auch Du bist das Messer
und bist die Wunden
UND meist beides zugleich.

Laß Deine Gefühle zu,
verbiete ihnen nicht Dein Herz
oder Deinen Kopf
oder Deinen Bauch
oder wo sonst sie sich aufzuhalten pflegen.
Laß ALLE Deine Gefühle zu,
verleugne keines,
doch mißtraue Deinem Schmerz,
mißtraue Deiner Traurigkeit,
wo Du nicht vertraust,
wo Du forderst
oder enttäuscht bist
von ANDEREN.

Werner Sprenger in:
Damit das Glück Dir glückt S.16

 

Leben lernen heißt Lieben lernen. Und Lieben lernen
heißt Vergeben lernen. Und Vergeben lernen heißt
Geduld lernen. Und Geduld lernen heißt Zuhören lernen.
Lieben ist Leben. Leben ist Lieben. Leben ist Vergeben.
Leben ist Geduld. Lieben ist Leben. Leben ist Lieben.
Leben ist Vergeben. Leben ist Geduld.

Meditationstext von WERNER SPRENGER in DURCH  FREMDEN MUND SATT WERDEN? S.101 

 

       Indem das Leben nimmt und giebt
       und nimmt

       Indem das Leben nimmt und giebt und nimmt
       entstehen wir aus Geben und aus Nehmen:
       ein Schwankendes, sich Wandelndes, ein Schemen
       und doch in unserer Seele so bestimmt

       hindurchzugehen durch dieses Sich-verschieben
       unangezweifelt, aufrecht, unbeirrt
       von Tag zu Nacht, von Nacht zu Tag getrieben,
       aus denen unaufhaltsam Leben wird

       von unserem Leben, Blut von unserem Blut,
       Lust von der unseren, Leid das wir erkennen,
       von dem wir uns auf einmal wieder trennen
       weil unsere Seele, einsam, schon geruht

       vorauszugehen...

       Rainer Maria Rilke

 

Heilung geschieht langsam und still. Heilung geschieht langsam und still. Und es geschieht viel mehr, als wir ahnen. Und es geschieht viel mehr, als wir ahnen. Und es geschieht auch dann viel, wenn wir denken, es geschieht wenig. Und manchmal geschieht dann alles, gerade dann, wenn wir meinen, es geschähe nichts. Denn Heilung geschieht langsam und still und in ihrer Zeit. 

Meditationstext von WERNER SPRENGER in DURCH  FREMDEN MUND SATT WERDEN? S.46 

                               

                                        Es will vieles werden

                                        Wir gehen immer verloren,
                                        wenn uns das Denken befällt,
                                        und werden wiedergeboren,
                                        wenn wir uns ahnend der Welt

                                        anvertrauen, und treiben
                                        wie die Wolken im hellen Wind,
                                        denn alle Grenzen, die bleiben,
                                        sind ferner als Himmel sind.

                                        Und es will vieles werden,
                                        aber wir greifen es kaum.
                                        Wie lange sind wir der Erden
                                        Ängstliche noch im Traum,

                                        Fragwürdige noch wie lange,
                                        da alles sich schon besinnt,
                                        da das, was einstens so bange,
                                        schon klarer vorüberrinnt?

                                        Daß uns ein Sanftes geschähe,
                                        wenn uns der Himmel berührt,
                                        wenn seine atmende Nähe
                                        uns ganz zum Hiersein verführt.

                                        Jean Gebser (1905 -1973)

                                

Ich verändere mich, und weil ich mich verändere, verändert sich die Welt. Du veränderst Dich,
und weil Du Dich veränderst, verändert sich die Welt. Deine Veränderung verändert mich.
Meine Veränderung verändert Dich. Unsere Veränderung verändert die Welt. Ja, ich verändere
die Welt, weil ich mich verändere, verändert sich die Welt.

Meditationstext von WERNER SPRENGER in SCHLEICHWEGE ZUM ICH II, S. 123

 

Ich grüße Dich, mein Leben, mein Leben mit allen seinen Erfahrungen und Erlebnissen.
Und ich fühle immer mehr und mehr die Sicherheit, die auch die Unsicherheit mit leben läßt.
Und ich fühle die Freude, die auch die Traurigkeit mit leben läßt. Und ich fühle die Stärke,
die auch die Schwäche mit leben läßt. Und ich fühle den Frieden, der auch die Konflikte
mit leben läßt. Und ich fühle mich als Mittelpunkt der Welt und als der einzigartige Mensch,
der ich bin, und es hat mich noch nie gegeben, und es wird mich nie mehr geben, und
gleichzeitig fühle ich mich auch als einer der vielen Milliarden Menschen. Und ich fühle
das Leben, das Leben, das auch den Tod mit leben läßt.

Meditationstext von WERNER SPRENGER in SCHLEICHWEGE ZUM ICH II, S. 173

 

Die Freude
hat oft
eine lange Geburt:
aus Schmerz und Not
erwacht sie
und erstarkt sogar
unter Tränen.
Die Freude
ist die Frucht
der Liebe.

Thomas von Aquin

 

                                                    Einmal, am Rande des Hains,
                                                    stehn wir einsam beisammen
                                                    und sind festlich, wie Flammen -
                                                    fühlen: Alles ist Eins.

                                                    Halten uns fest umfaßt;
                                                    werden im lauschenden Lande
                                                    durch die weichen Gewande
                                                    wachsen wie Ast an Ast.

                                                    Wiegt ein erwachender Hauch
                                                    die Dolden des Oleanders:
                                                    sieh, wir sind nicht mehr anders,
                                                    und wir wiegen uns auch.

                                                    Meine Seele spürt,
                                                    daß wir am Tore tasten.
                                                    Und sie fragt dich im Rasten:
                                                    Hast Du mich hergeführt?

                                                    Und du lächelst darauf
                                                    so herrlich und heiter
                                                    und: bald wandern wir weiter:
                                                    Tore gehn auf ...

                                                    Und wir sind nichtmehr zag,
                                                    unser Weg wird kein Weh sein,
                                                    wird eine lange Allee sein
                                                    aus dem vergangenen Tag.

                                                    Rainer Maria Rilke

 

 
   Einen Weg gibt es.

    Es gibt einen Weg,
    den niemand geht,
    wenn Du ihn nicht gehst.
    Wege entstehen,
    indem wir sie gehen.
    Die vielen zugewachsenen,
    wartenden Wege,
    von ungelebtem Leben überwuchert.
    Es gibt einen Weg,
    den niemand geht,
    wenn Du ihn nicht gehst:
    Es gibt Deinen Weg,
    ein Weg, der entsteht,
    wenn Du ihn gehst.

    Werner Sprenger in:
    Gedichte zum Auswendigleben

Wichtiger als alles andere

Achtung vor Dir selbst und
Aufrichtigkeit mit Dir selbst und
Freundschaft mit Dir selbst und
Mut zu Dir selbst und
Geduld mit Dir selbst, und
so wird sie wachsen,
die Liebe zu Dir und
die Freude an Dir.

Werner Sprenger in:
... außer Du liebst Dich


          Such die Liebe in Deinem Herzen,
          dort wirst Du sie fühlen,
          fühlen als Quelle der Kraft,
          als Wärme, als Freude.
          Wenn Du Liebe fühlst,
          fühlst Du sie überall,
          im geliebten Menschen
          ebenso wie im Anblick einer Blume.                   
          Die Liebe ist wie die Sonne.
          Das größte Erlebnis ist,
          wenn wir erleben dürfen,
          wie die Liebe
          aus sich selbst uns erfüllt.

          Werner Sprenger

 

 

 

 

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